Die Kraftwerke
des Körpers

Mitochondrien Wie unsere
Zellen uns mit Energie
versorgen

Wie kommt es, dass Sie gerade vor dem Laptop oder Smartphone sitzend diesen Text lesen, ihn durchdenken, währenddessen atmen, Ihren Körper bewegen, vielleicht eine Tasse Tee trinken können? Woher nehmen Sie bloß die Energie?

Nicht nur uralte Gesundheitslehren wie die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) oder Ayurveda stellen sich die Frage, wie Lebensenergie – Qi oder Prana – entsteht und wie wir sie schützen und steigern können. Auch die moderne Zellforschung erklärt und beobachtet, wie und wo der Körper seine eigene Antriebskraft erzeugt: Dabei stehen die Mitochondrien als Kraftwerke der Zellen im Fokus. Die Leistung dieser ehemals eigenständigen Bakterien besteht darin, über die Nahrung aufgenommene Kohlenhydrate und Fettsäuren abzubauen. Dadurch stellen sie der Zelle und somit auch dem Organismus Kraft- und Wärmeenergie bereit. Wie gesund die Mitochondrien sind und wie gut sie als Kraftwerke funktionieren, ist entscheidend für das Wohlbefinden, die Gesundheit und Langlebigkeit jedes Menschen.

Die Mitochondrien waren selbst ehemals eigenständige Organismen, nämlich Bakterien: Als solche haben sie sich im Lauf der Evolution mit Zellen höherer Lebensform in einer Symbiose zusammengetan. Der „Deal“ dieser Organismen mit den Bakterien war: „Ihr habt es sicher hier in meinen Zellen, dafür liefert ihr mir Energie.“ Ähnlich wie Darmbakterien und andere Einzeller in verschiedenen Regionen des Körpers weisen auch die Mitochondrien eine eigene DNA auf, die nicht der des menschlichen Organismus gleicht. Für ein Verständnis ihrer Funktionsweise und Schlüsselrolle ist es also wichtig, diese ehemals eigenständigen Bakterien immer noch als Kleinstlebewesen zu begreifen, die im Dienst der Zelle stehen – und die besondere Bedingungen brauchen, um ihre Arbeit effektiv leisten zu können.

Wie die Mitochondrien Energie erzeugen

Hinreichend bekannt ist aus der biochemischen Forschung bislang, dass die Mitochondrien der Zelle Energie liefern, indem sie Bestandteile der Nahrung umwandeln. Dabei dienen Kohlenhydrate, Fettsäuren und Fette als Grundstoffe. Während Fettsäuren und die sogenannten Ketone aus tierischen Produkten direkt von den Kraftwerken zerlegt und in Energie umgewandelt werden können, muss ein Kohlenhydrat erst in Zucker und dieser wiederum in „Pyruvat“ transformiert werden, welches von den Helferbakterien verarbeitet werden kann. Dieser Vorgang benötigt selbst eine Menge Energie – und ist daher ein Grund dafür, warum zu viel Zucker und Kohlenhydrate müde und schlapp machen.

Die eigentliche Energieumwandlung in den Mitochondrien passiert aber durch den Ab- und Aufbau von Adenosintriphosphat, kurz ATP. Dieser Prozess bringt uns zum Kern der Sache: Im Zuge des Energiestoffwechsels der Mitochondrien werden freie Elektronen beschleunigt und dabei ein elektromagnetisches Feld erzeugt. Dieses Feld lädt das ATP energetisch auf. So wird es zum biologischen Träger der Lebensenergie, die sich in Nerven- und Bewegungsimpulsen umsetzt und im Organismus verteilt wird. Auch unser Denken und die Sinneswahrnehmungen brauchen ATP – und hängen also direkt mit der Leistungsfähigkeit der Mitochondrien zusammen. Denn je energetisierter das ATP durch das elektromagnetische Feld der Mitochondrien ist, desto besser fühlen wir uns.

Das klingt abstrakt? Wer sich an die frische Luft nach einem Gewitterregen oder unter einem Wasserfall erinnert, wer schon einmal frisches Obst gegessen hat, das in einer vulkanischen Landschaft wild wächst, der hatte es mit „beschleunigten“ Pi-Elektronen zu tun, wie sie im besten Fall auch die Mitochondrien erzeugen. Sie geben dem Körper das Gefühl, zu prickeln und mit frischer Kraft versorgt zu werden. Wenn unsere Mitochondrien gesund sind und ihre Arbeit optimal leisten können, begleitet uns dieses Gefühl fast von ganz alleine!

Gesunde Mitochondrien gegen Energieverstopfung

Um die bakterienähnlichen Zellkraftwerke gesund zu halten und ihnen zu ermöglichen, ihre Leistung optimal zu erbringen, sind einige Faktoren zu beachten, wobei die Ernährung eine zentrale Rolle einnimmt. Denn wenn wir den Mitochondrien vor allem schwer zerlegbare Nahrung „füttern“, muss die Zelle ihre Energie vor allem wieder in diese Vorbereitungsprozesse zur neuen Energiegewinnung stecken – die Energie steht nicht mehr für anderweitige Arbeitsprozesse zur Verfügung.

Im schlimmsten Fall muss die Zelle sogar auf anaerobe Energiegewinnung umschalten, wenn innerhalb kurzer Zeit sehr viel Energie benötigt wird. (Für biochemisch Interessierte: Dabei werden Zucker und Kohlenhydrate unter Ausschluss von Sauerstoff in Pyruvat zerlegt – allerdings können die Mitochondrien Pyruvat nur in geringen Mengen umwandeln. Der Überschuss an Pyruvat wird durch Milchsäure vergoren, und es entsteht ein Abfallstoff, der „Pyruvat-Laktat-Komplex“, den wir nur langsam abbauen können.) Statt energetisierter Zellen entsteht dann eine „Verstopfung“, die Körper und Geist ermüdet – vor allem, wenn sie über einen langen Zeitraum anhält.

Burn-out, Immunschwächen, Migräne und andere Krankheiten können die Folge dieses gestörten Zellstoffwechsels sein. Grund dafür sind häufig Essgewohnheiten, die ein Übergewicht von Kohlenhydraten und Zucker erzeugen, verbunden mit physischer Überlastung (z. B. durch Leistungssport) und psychischem Stress. Um die Leistung der kleinen Helferbakterien wieder anzukurbeln, gibt es mehrere Möglichkeiten: Entscheidend ist die gute Versorgung des Organismus mit Mikronährstoffen, wie Zink, Mangan, Eisen oder Q10. Darüber hinaus hilft auch eine Ernährung, die mittelkettige Fettsäuren und Ketone enthält – denn diese können direkt in die Zelle geschleust und dort von den Mitochondrien umgewandelt werden.

Nicht zuletzt arbeiten die Helferbakterien am allerbesten mit Zellen zusammen, die nicht unter Stress gebracht werden: Genügend Schlaf, gesunde Ernährung, genügend Entspannung und die richtige Atmung schaffen dafür Idealbedingungen. Dann stellen die Mitochondrien hoch energetisiertes ATP bereit und sorgen für einen gesunden, leistungsfähigen und lebendigen Organismus. Um mehr gute Energie in die Welt auszusenden, macht es also Sinn, zunächst unsere eigenen Zellkraftwerke ordentlich zu befeuern und zu pflegen– damit sie uns ausreichend Energie liefern, um auch im Außen für mehr Lebendigkeit zu sorgen.

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