Bild: © INJU

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Fünf Tipps für Alleinerziehende

INJU-Mitarbeiterin Bianca
teilt ihre Erfahrungen

Fünf Tipps für Alleinerziehende

INJU-Mitarbeiterin Bianca
teilt ihre Erfahrungen

Bei INJU geht es uns um die Versorgung mit guter Energie, und wir fragen uns häufig, wem wir diese Energie am dringendsten wünschen oder zugute kommen lassen wollen. Unsere größte Ehrfurcht gilt dabei immer wieder den Leuten, die im Alltag für fast alles die Verantwortung allein tragen: Alleinerziehenden. INJU-Mitarbeiterin Bianca schreibt hier aus ihrer persönlichen Erfahrung und teilt ihre Empfehlungen für ein erfülltes Leben zwischen Kind, Arbeit, Haushalt und Selbst.

Ich lebe seit sieben Jahren alleine mit meinem Sohn. Damit bin ich eine von 1.657.000 alleinerziehenden Frauen und Männern in Deutschland. Klingt gar nicht mehr so „alleine“! Jedenfalls weiß ich inzwischen, wovon ich spreche, wenn es darum geht, sich als Alleinerziehende gut aufzustellen.

Am Anfang hatte ich permanent ein schlechtes Gewissen, weil ich das Gefühl hatte, meinem Sohn keine „intakte Familie“ bieten zu können. Mein Kopf war voller Vorstellungen und Ideale, und da war auch eine Menge Wut. Es hat gedauert, das loszulassen, mein Leben anzunehmen und es wieder in positive Bahnen zu lenken. Das habe ich nicht alleine geschafft, sondern mit viel Hilfe. Deswegen möchte ich hier gern ein paar Tipps für Alleinerziehende weitergeben.

1. Loslassen!

Ja, loslassen: am besten alle Vergleiche mit anderen, außerdem Idealvorstellungen und das schlechte Gewissen! Die eigenen Ansprüche sind oft die größte Hürde. Als Alleinerziehende neigt man dazu, alles doppelt so gut machen zu wollen und plagt sich dann doch mit dem permanenten Gefühl, nicht genug zu sein.

Meine ursprünglichen Vorstellungen von dem, was zum Glücklichsein zwingend notwendig ist, loszulassen, hat mich unglaublich frei gemacht. Ich habe gelernt, auf mein Bauchgefühl zu hören, zu meinen Entscheidungen zu stehen und meinen Alltag kreativ zu bewältigen. Wenn der Kopf frei ist, entstehen oft ganz neue Möglichkeiten.

Dazu gehört auch, die Zeit mit dem eigenen Kind zu genießen! Mein Sohn sagt gerne zu mir: „Mama, Du musst nicht perfekt sein!“ Recht hat er.

2. Gestalte dein Netzwerk, suche dir Hilfe und lerne, Hilfe anzunehmen

Umgib dich mit Menschen, die dich unterstützen, egal was du vorhast. Halte dich am Besten gleich fern von denen, die dich dauerhaft bremsen und dir Energie rauben. Genauso, wie man sich in einem neuen Job erst einarbeiten muss, ist das auch im neuen Leben als Alleinerziehende notwendig. Daher hat es mir sehr geholfen, Geschichten von Leuten mit der gleichen Herausforderung zu hören und lesen. Es gibt viele Möglichkeiten, sich Hilfe zu holen, auf die ich alleine wahrscheinlich gar nicht gekommen wäre. Das Internet ist voller Informationen für Alleinerziehende. Aber als noch wichtiger empfinde ich ein gutes Netzwerk von Freunden, Nachbarn und Familie. Nur Mut – du wirst erstaunt sein, wie viel Hilfsbereitschaft da ist, wenn du darum bittest.

3. Gesund essen und gute Gedanken

Ernährung ist eine wichtige Sache, gerade für Alleinerziehende. Wenn eh schon alles drunter und drüber geht, wird Frust gerne mit Schokolade bekämpft. Ich empfehle, bewusst gute Dinge zu essen und das Essen wertzuschätzen – denn alles beginnt im Kopf!

Es gibt zwei megawichtige Gründe, sich mit gesunder, vollwertiger Ernährung zu beschäftigen. Erstens: Als Alleinerziehende brauchst du extraviel Kraft, und wenn dein Körper gut versorgt ist, geht es dir auch insgesamt viel besser.

Zweitens sind wir die wichtigsten Vorbilder unserer Kinder. So oft wie möglich mit frischen Zutaten selber zu kochen ist weniger aufwändig, als man denkt, und dann dürfen die Kinder in der Zeit halt mal fernsehen. Zusammen mit deinen Kindern neue Rituale und Strukturen zu finden, das ist eine tolle Chance.

4. Raus in die Natur

Geh so oft raus, wie es geht, egal bei welchem Wetter, denn wenn man draußen durch die Natur läuft, kann man gar nicht Trübsal blasen (bei Alleinerziehenden am Anfang sehr beliebt). Ein Kind danach in die Badewanne zu stecken ist außerdem weniger anstrengend, als eine verwüstete Wohnung aufzuräumen. Egal ob im Wald, im Park oder auf dem Spielplatz, draußen kommt man leichter ins Gespräch, ist verbunden, und die Kinder sind danach müde und ausgeglichener.

5. Selbstliebe und Ich-Zeit

Tu DIR was Gutes! Wenn es dir gut geht, geht es auch deinem Kind gut. Jajaja, haben wir alle schon gehört, stimmt aber wirklich. Alleinerziehende haben chronischen Zeitmangel und oft ein schlechtes Gewissen, das führt dazu, dass die eigenen Bedürfnisse nicht geachtet werden. Aber Selbstliebe hat nichts mit Egoismus zu tun! Mach dir eine Liste mit Dingen, die du gerne tust, und dann versuche sie Schritt für Schritt wieder in dein Leben zu integrieren. Kinder gehen deinen Rhythmus im Leben mit, auch wenn es Geduld braucht. Jeder und jede Alleinerziehende hat eigene Bedürfnisse. Ich war zum Beispiel immer rigoros, was die Schlafenszeit angeht, und habe meinem Sohn auf Augenhöhe erklärt, dass ich auch einen Feierabend brauche. Egal, wie alt sie sind, Kinder verstehen es sehr gut, wenn man aufrichtig mit ihnen spricht.

 

Alleinerziehende zu sein kann richtig geil sein! Inspirierende Websites mit Tipps für alleinerziehende Frauen und Männer:

 

http://www.starkundalleinerziehend.de/allgemeines/22-alleinerziehende-verraten-ihre-geheimen-kraefte-und-du-darfst-sie-nutzen/

http://www.mamaberlin.org/2015/10/29/warum-es-richtig-geil-sein-kann-alleinerziehend-zu-sein/

https://mama-arbeitet.de/

http://mutterseelenalleinerziehend.de/category/alleinerziehende-kunstlerinnen/

 

Literaturtipps

 

Alexandra Widmer – Stark und alleinerziehend

Carola Fuchs – Mama zwischen Sorge und Recht: Die aberwitzigen Erfahrungen einer Mutter in Sachen Umgang

Bernadette Conrad – Die kleinste Familie der Welt: Vom spannenden Leben alleine mit Kind

Katja Zimmermann – Esst euer Eis auf, sonst gibt’s keine Pommes: Meine Abenteuer als Alleinerziehende

Zur Lebendigkeit

 

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