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Bauchgefühl,
Intuition
und Instinkte

Innere Weisheit
ohne Worte

Bauchgefühl und Intuition – viele Menschen hüten sich, offen darüber zu sprechen, dass sie Entscheidungen nicht immer aus reinem Verstand heraus treffen. Gerade, wenn es um Geschäftliches geht. Denn in der industrialisierten Welt hat kühles, rationales Entscheiden gegenüber dem intuitiven Wissen „aus dem Bauch“ den Vorrang. Intuitives Verhalten gilt als sentimental, unreflektiert und somit als unvereinbar mit zielgerichtetem und erfolgversprechendem Handeln. Doch vereinseitigen wir damit nicht den Blick, und blenden wir kulturell nicht einen gravierenden Teil des uns zur Verfügung stehenden Wissens aus, wenn wir Intuition, Bauchgefühl, Instinkte ignorieren? Könnten sie nicht Weichensteller auf dem Weg in eine bessere Zukunft sein?

Wann es lohnt, Instinkten und Intuition zu vertrauen

Sie scheinen Teil unserer emotionalen Erfahrung zu sein – und wurden daher lange sogar in psychologischen Lehrbüchern als „weiblich“ klassifiziert: unsere Bauchgefühle. Doch seitdem sich Neurobiologen, Verhaltensforscher und Soziologen für das Phänomen der Entscheidung aus dem Bauch zu interessieren begannen, wird klar: Jeder Mensch kann sich seine Intuition aneignen und sie zum hilfreichen Werkzeug machen. Und: Sie ist weise. Der Soziologe Gerd Gigerenzer, Autor des Buches Bauchentscheidungen. Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition plädiert sogar dafür, intuitives Denken an Schulen zu unterrichten. Hier wird schon deutlich: Es geht gar nicht so sehr um das Fühlen, sondern es handelt sich beim Bauchgefühl um eine Form der Intelligenz. Diese wird üblicherweise ausschließlich unserem Verstand zugerechnet, was den großen Bereich der Körperintelligenz und des Erfahrungswissens unbeachtet lässt. Intuition ist da wirksam und hilfreich, wo wir zu einem Thema oder Sachverhalt bereits Erfahrungen gesammelt haben, wo die Komplexität der Wirklichkeit aber unsere Verstandeskapazität bezüglich einer konkreten Frage überschreitet.

Jeder Mensch steht immer wieder vor wichtigen Fragen und Situationen, in denen Weichen für die Zukunft gestellt werden. Meist beginnen wir dann einen Prozess des Abwägens, stellen positive und negative Konsequenzen einander gegenüber und versuchen, so viele Sachinformationen wie möglich zu sammeln – und können dennoch keine endgültige Entscheidung treffen. Denn gerade zu komplexen, zukunftsbezogenen Entscheidungen ist es kaum möglich, sämtliche entscheidungsrelevanten Informationen verstandesmäßig zu erfassen und zu bewerten. Wir können zwar den Wetterbericht für das Wochenende anschauen, sogar mehrere Wetterdienste vergleichen – aber letztlich ist die genaue Entwicklung des Zusammenspiels von Parametern, die dann zu Regen oder Sonnenschein auf der Wanderung führen, für unseren Verstand nicht vorherzusagen. Wer aber viel draußen unterwegs ist, der hat Instinkte dafür entwickelt, wann es nach Regen riecht. Bauchgefühl entwickelt sich also nicht aus dem Nichts, sondern entsteht durch eine Vielzahl gesammelter Erfahrungen, die im Körpersystem gespeichert sind und deren Abgleich mit der aktuellen Situation dann ein intuitives Verständnis der Lage hervorruft.

Wie bei INJU Instinkte und Bauchgefühl die Unternehmenskultur bereichern

Die Intuition ist also das Ergebnis der „Aufbereitung“ bereits gespeicherter Erfahrungen aus einem bestimmten Feld. Sie teilt uns mit, welche Option, welches Verhalten und welche Handlung mit Blick auf unser Vorhaben erfolgversprechender ist. Dabei ist entscheidend: Sie gibt Antwort auf eine Frage, die wir stellen. Diese Frage bildet sozusagen die Hintergrundfolie der Informationsverarbeitung, aus der dann Bauchgefühl resultiert. Dieses hängt also auch eng mit Intention zusammen, mit Absicht: Was möchte ich erreichen, wenn ich vor einer bestimmten Entscheidung stehe? Wenn es beispielsweise wie bei INJU darum geht, ein nachhaltiges Unternehmensmodell zu entwickeln, welches Lieferanten, Produzentinnen, Mitarbeiter und Kundinnen gleichermaßen und gleichberechtigt in die Wertschöpfung einbezieht und welches zu einer lebendigen Lebensweise beitragen möchte, so werden alle Entscheidungen vor diesem Hintergrund getroffen. Intuition und Bauchgefühl der Entscheidungsträger speisen sich dann aus den Erfahrungen, die diese mit lebensförderlichen (oder auch mit zerstörerischen) Unternehmens- und Gesellschaftskulturen bereits gemacht haben.

Natürlich verlässt sich auch INJU nicht rein auf das Bauchgefühl, sondern bezieht alle wichtigen Informationen und rationale Abwägungen in Entscheidungsprozesse mit ein. Aber dennoch befragen wir auch die Intuition. Denn wer das Wagnis eingeht, ein neuartiges Unternehmensmodell zu entwickeln, das dem Gemeinwohl und der Wertschöpfung für die ganze Gesellschaft und die Umwelt verpflichtet ist, der betritt neue, unbekannte Pfade. Um Entscheidungen immer in einem ganzheitlichen Sinn zu treffen, ist es wichtig, aus dem gesamten verfügbaren Wissen zu schöpfen. Denn nicht nur wir Entscheidungsträger in der INJU-„Zentrale“, sondern alle Beteiligten tragen zum Aufbau eines nachhaltigen Unternehmens bei. Ein Produzent hat wahrscheinlich die besten Instinkte dafür, welche Anbaumethode sich als schonender erweist, das Bauchgefühl einer Mitarbeiterin weist vielleicht darauf hin, welcher Partner auf gleiche Weise für Nachhaltigkeit brennt, das einer Kundin bewegt sie dazu, ein Produkt weiterzuempfehlen. Und nicht zuletzt ist es Teil der Unternehmensphilosophie, im Sinne einer lebenserhaltenden Wirtschaftsweise voranzugehen: aus dem ganzheitlichen Wissen und der Erfahrung heraus, dass es für solche Weichenstellungen längst Zeit ist.

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